Tag 8: Cheltenham - Tuesday 

 

Bergfest: Nach unserer Session am Vormittag haben wir die Hälfte des Meisterkurses absolviert. So langsam machen sich unsere kleine Tour und der vierte Tag stimmlich bei uns bemerkbar. Der Hals ist rau und der Körper schlaff. Beim Frühstück gibt es einen doppelten Espresso und anschließend eine Ipalat on top - so gewappnet gehen wir zu unserer ersten Session des Tages im Ladies’ College. Wir beginnen mit „Hide and Seek“, einem Song, den wir schon längere Zeit im Repertoire haben und nun vervollkommnen wollen. Stephen und die anderen Teilnehmer des Kurses sind von der Darbietung angetan, und doch gibt es einiges zu verbessern. Es sind weniger musikalische Dinge, es geht besonders um die „Performance“: Sind die Emotionen der Musik in unseren Gesichtern zu sehen? Können wir auf diese Weise unser Publikum in eine andere Welt entführen? 

Im Anschluss an die Session setzen wir uns zusammen und diskutieren über dieses Thema: Sollen alle im Ensemble ihren ganz eigenen Ausdruck in das Lied legen? Oder sollen wir eher eine gemeinsame Interpretation des Stückes erarbeiten, einheitlich auftreten und dadurch den persönlichen Ausdruck zurückstellen? Eine einfache Lösung für dieses Problem gibt es nicht, aber es tut gut, sich über dieses (für uns neue) Thema auszutauschen.

 

Etwas überrascht, dass es immer noch Themen gibt, die wir noch nicht diskutiert haben, gehen wir wieder zurück zu unserer Unterkunft und genießen das reichhaltige Mittagessen.  

 


Tag 7: Cheltenham - Monday

 

Wieder sitzen wir um 8:15 beim Frühstück und sind gespannt auf den zweiten Tag mit Stephen Connolly. Wir hören uns die erste Session von "The Chitones" an, die ein super "Barba Ann"  singen. Doch es geht natürlich immer besser und das holt Stephen aus jeder Gruppe heraus. Wir singen Patricks Solostück "Light in the Hallway". Stephen ist begeistert. Verbessern können wir unseren Vokalklang und das gemeinsame Enden von langen Tönen. Nachmittags singen wir Hennings Arrangement von "Uptown Girl", das wir nun nach Stephens Tipp ganz anders singen werden. Wie verraten wir aber noch nicht ;)

Einen wichtigen Ratschlag gibt uns Stephen mit auf den Weg: Lernt euren Kram auswendig! 

Nach einem unfassbar leckerem Barbecue wird noch viel gesungen, gejamt und gequatscht. Tolle Menschen, tolle Musik!


Tag 6: Cheltenham - Sunday

 

Jeden Tag ist Frühstück um 8:15 Uhr. Ausschlafen ist nicht angesagt. Danach gehen alle rüber ins College, denn wir schlafen  in einer Unterkunft, die zu Fuß in fünf Minuten zu erreichen ist. Jedes Ensemble hat vor- und nachmittags 45 Minuten Probe mit Stephen. Und wer mag, darf den anderen Ensembles in deren Proben zuhören - denn dort lernt man fast mehr, als wenn man selbst singt. Den ganzen Vormittag hören sich alle Ensembles alle Proben an. Unsere erste Session beginnen wir mit Hennings Arrangement von "One Hand One Heart". Stephen hat direkt viele Ideen, was wir besser machen können: Das Intro leiser, die Balance ausgeglichener, verschiedene Stimmfarben an verschiedenen Stellen und vieles mehr. Wir sind happy, denn genau solchen Input wollen wir. Am Nachmittag geben wir unser "Creole Love Call" zum besten und darauf hat Stephen nichts zu sagen außer "It's the best version I've ever heard." Das sitzt :) Abends gibt es noch eine kleine Jamsession zwischen einigen Sängern, die nicht nur singen, sondern auch mit Klavier, Flöte und Akkordeon improvisieren können. 


Tag 5: Cheltenham 

 

Um 11 Uhr starten wir von Reading nach Cheltenham. Henning und Lenni übernehmen das Steuer und bringen uns sicher ans Ziel :)

Ein kurzer Trip ins Zentrum, denn einchecken dürfen wir erst um 16 Uhr, ein leckeres Essen beim Asiaten, ein Tee-To-Go und ein kleiner Eindruck der Stadt verstärken unsere Vorfreude. Beim Einchecken lernen wir zwei andere Ensembles kennen: Die "Belcanto" aus Österreich und "The Chitones" aus England. Direkt entstehen nette Gespräche und es wird uns klar, dass das nur sehr gute Tage werden können. Die unerwartet sehr kleinen Zimmer bringen uns nicht aus der Ruhe, denn das Essen topt alles - selbst Lenni bekommt glutenfreies Essen. Am Abend stellt sich Stephen Connolly vor und dazu seinen Plan für die Woche. Anschließend stellen sich alle Ensembles musikalisch vor - wir mit unserem liebsten deutschen Stück - Bevor (Prinzen/arr. von Jan Beyer). Am späteren Abend versacken wir in einer Kneipe, wo wir die ersten freundschaftlichen Kontakte zu den anderen Sänger/innen knüpfen können. Wir sind gespannt!


Tag 4: Reading

 

Wieder klingelt der Wecker zu früh. Und wieder müssen wir unsere Koffer packen und nun zwei Autos beladen - denn unser 2. Auto bekommen wir von Lenas Mama. Ohne Pause fahren unsere Chauffeure Lenni und Henning durch vier Länder bis nach Dünkirchen (Deutschland - Niederlande - Belgien - Frankreich). Durch das schlechte Navigieren der Mädels verfährt sich allerdings ein Auto, wodurch das Einchecken der Fähre knapp werden kann. Doch Lenni gibt Gas und kann den Zeitverlust aufholen. 

Zwei Stunden später sehen wir die schönen Kreidefelsen Englands. Toni und Lenni übernehmen nun die Verantwortung das Ensemble sicher durch Englands verkehrte Straßenwelt zu führen - gekonnt. Da der Kurs erst morgen beginnt, haben wir eine Unterkunft in "Reading" gebucht. Nach einem kleinen spontanen 5-minütigen Konzert fallen wir müde und gespannt ins Bett.

 

 


Tag 3: Bochum

 

Früh stehen wir auf - denn es geht ins Ruhrgebiet. Für unsere Englandreise bekommen wir von Maries Eltern unser erstes Auto. Für 6 Personen jedoch nicht ausgestattet, daher fährt Lena mit dem Zug vor. Wir restlichen 5 fahren also mit dem Auto nach Bochum. 

Bei Lena angekommen werden wir schon mit einer leckeren Mahlzeit empfangen.

Wir richten uns ein, halten noch nen kleinen Mittagsschlaf und machen uns auf zum Konzertort. Dieser Konzertabend wird anders sein, denn wir müssen ihn nicht allein bestreiten. Der Chor, in dem Lenas Mutter singt, hat seinen Probenort und die Probezeit zur Verfügung gestellt - danke dafür! Wir singen ein paar Töne um die Akustik zu erleben. Dabei hat Lenni festgestellt, dass der Klang am vollsten in der Mitte des Saals zu erleben ist. Somit verschieben wir alle Stuhlreihen einige Meter von der Bühne weg. Dann proben wir noch zwei kleine Stücke mit unserem Gastgeberchor. 

 

Kurz vor Konzertbeginn füllen sich dann die Reihen und alles ist gut besetzt. Trotz des nun größeren Abstandes zum Publikum fühlen wir uns unseren Zuhörern nah. Die Menschen im Ruhrpott werden dem Ruf, der ihnen vorauseilt, eben sehr freundliche Gesellen zu sein und gute Stimmung zu machen (mit standing ovation), in jeder Hinsicht gerecht. Es wird ein tolles Konzert, auch mit den Andza-Chor zusammen. 


Tag 2: Munster 

 

Seit gestern Abend sind wir in Munster. (Nein, wir sind nicht in Münster!) - Maries Eltern haben uns in Wentorf abgeholt und liebenswerterweise nach Munster kutschiert. Nach einem super leckeren Frühstück konzentrieren wir uns auf organisatorische Dinge, wie das Aktualisieren unserer Webseite, Aufnahmen anhören und Programme drucken oder auch mit dem Hund spielen ;)

Am Nachmittag machen wir uns auf den schönen Weg durch Munster zum Bürgerhaus, wo wir direkt wärmstens empfangen werden. Die vielen Jugendlichen, die dort helfen, bauen alles auf und versorgen uns mit Getränken. An dieser Stelle ein Riesendank! 

Auch bei diesem Konzert füllt sich der Raum mit 135 Menschen (120 Plätze sind eigentlichen nur vorhanden). Mit ganz anderer Akustik und mit technischer Raumverstärkung singt es sich wieder ganz angenehm. Und auch die Resonanz ist wunderbar. So viele Menschen können wir mit unserer Musik glücklich machen und bewegen. Mehr wünschen wir uns nicht. Wir kommen wieder! 

 


Tag 1: Wentorf

 

11:30: Wir treffen uns alle am Berliner Tor in Hamburg, um zusammen nach Wentorf zu fahren. Henning, natürlich viel zu knapp dran, aber dafür mit frischem Haarschnitt, 100 Bleistiften und 3 Radiergummis im Gepäck, schafft es grade so schweratmend in die S-Bahn. 

Nach einem blubbernden Einsingen in der Kirche („laxvox“ begleitet uns von nun an) und einem Ansingen spazieren wir zu Lenni nach Hause.

Mittags dürfen wir uns von Lennis Mama mit käsigem Gemüseauflauf und dem himmlischsten Brombeer-Schoko-Kuchen verwöhnen lassen. Mit vollem Magen stehen wir dann kurze Zeit später vor der ungeplant verschlossenen Kirchentür - auch nicht schlecht, denn so haben wir noch Zeit unsere letzten Noten zu kleben :D.  45 Minuten später sprechen wir dann in der Kirche unser Programm durch, bis die ersten Zuhörer auftauchen. Der Raum füllt sich enorm schnell, sodass der hintere Teil der Kirche auch noch geöffnet wird, damit alle Platz finden. Fast 180 Zuhörer sind da. Wir sind überwältigt. Und genauso ist das Konzert. Nach knapp 90 Minuten sind alle - wir und die Zuhörer - beseelt, glücklich, begeistert und musikalisch erfüllt. Besser kann unsere Tour nicht starten! 


our trip to England